Opern-Pianist mit Kopfschmerzen

Patientenbeispiel Dr. Friedrich Molsberger, Berlin

Ein Opernkorrepetitor wurde vor Jahren erfolgreich wegen Migräne mit Akupunktur behandelt. Seit einem Jahr treten  jetzt die Beschwerden wieder auf.  Die aktuelle Anamnese ergibt, dass das Klavierspiel – ca. 6-8 Stunden pro Tag - unter Nutzung einer Gleitsichtbrille erfolgt, die das scharfe Sehen der Noten nur in einer eng fixierten Kopf- und Augenposition ermöglicht. Diese Zwangshaltung begünstigt aus Sicht der TCM eine Qi-Stagnation - der atlantooccipitale Übergang zeigt sich in der Untersuchung mit Applied Kinesiology blockiert. 

Therapie: Akupunktur zur Lösung der Qi-Stagnation (GB 20, Le 3, GB 34, SJ 5, Nahpunkte GB1/SJ 23). Craniosacrale Behandlung des atlantooccipitalen Übergangs mit Occiput-Release-Technik. Übungen für die Augenmuskelkoordination außerhalb des durch die Gleitsichtbrille eingeengten Bewegungsradius. Überprüfung der Brillenversorgung.

Fazit: Lösungen in der Musikermedizin liegen oft in einer ganzheitlichen Sichtweise. Durch das Instrument bedingte ergonomische Zwänge müssen berücksichtigt und verschiedene Therapieoptionen integriert werden.