Handschmerz durch Ganglion bei Pianistin

Pianistin, Mitte 20, mit Schmerzen der Hand 
Patientenbeispiel zur Musikermedizin von Prof. Dr. med. Albrecht Molsberger, Düsseldorf

Seit 1 Jahr Schmerzen der rechten Hand bei längerem und mechanisch anstrengendem Spiel. Röntgen unauffällig. Neurologisch unauffällig. Kein Hinweis auf Carpaltunnelsyndrom. Im MRI (Kernspin) sieht man eine kleine dorsalseitig zwischen den Handwurzeln gelegene hyperintense Zone. Bei tiefer Palpation dort Druckschmerz und kleine Auftreibung.

Diagnose: sehr kleines, tief gelgenes Ganglion (Überbein) der Hand.

Therapie und Verlauf: 4 Sitzungen mit Akupuntur und Hot-Needle-Moxatechnik (Erwärmen der Akupunkturnadel). Schmerz und Schwellung verschwinden nach der zweiten Sitzung. 3 Monate nach Therapieende Rezidivbeschwerden. Operation wird von der Pat. abgelehnt. 4 Injektionen mit autologem conditioned Serum (Orthokin). Danach bis heute - 6 Monate - Beschwerdefreiheit.

Kommentar: Ein so kleines Ganglion wird von Patienten, die ihre Hand nicht so feinmotorisch wie ein Pianist belasten, kaum wahrgenommen. Für einen Musiker kann es sehr behindernd sein und bis zur Berufsunfähigkeit führen. Die Diagnostik muss auf diese Minimalbefunde ausgerichtet sein. Die Akupuntur wurde wahrscheinlich zu früh beendet, deshalb kam es zum Rezidiv, welches nach 6 - 8 Sitzungen normalerweise nicht beobachtet wird. Die Ausheilung nach Orthokin ist eine interessante Beobachtung, da Orthokin bisher vor allem bei Arthrosen eingesetzt wird. Der über das Interleukin 1 Rezeptor Antagonist Peptid hinausgehende Zytokinanteil könnte die Wirkung erklären.