Streicher mit Bogenbewegungsstörung

Patientenbeispiel zur Musikermedizin von Prof. Dr. Friedrich Molsberger, Berlin

Ein Streicher eines führenden deutschen Orchesters bemerkt ein seit einigen Monaten bestehendes zunehmdes Bogenzittern. Das Streichen langer Noten ist dadurch zunehmend erschwert - ein durchgängig gleich klingender Ton kann nicht erzeugt werden. Eine ernste organische Erkrankung besteht nicht. In der Anamnese (Krankengeschichte) fällt auf, dass der Patient in den Monaten vor dem Auftreten der Beschwerden verschiedene zusätzliche Belastungssituationen zu meistern hatte: schweres Repertoire, zusätzliche Konzerte, privates handwerkliches Engagement, Familienplanung.

Die komplementärmedizinische Diagnostik richtet sich zunächst auf das Erkennen von bisher nicht bekannten Einflüssen, die das Autoregulationsprozesse des Nervensystems beeinflussen. Es finden sich störende Einflüsse des Craniosacralen Systems, der Wirbelsäule und des Beckens, der Narben (inklusive Mandelnarben) und der neruologischen Verarbeitung von Reizen in der linken und rechten Gehirnhälfte. Die Störungen werden mit Hilfe der Applied Kinesiology aufgespürt und nach verschienden Protokollen der Craniosacralen Therapie, manuellen Medizin, Neuraltherapie,  Akupunktur und Applied Kinesiology behandelt.

Im weiteren Verlauf finden sich auf muskulärer Ebene Hinweise, dass die Regulationsprozesse durch Fehljustierung der Sensoren (Muskelspindeln, Golgi) und lokale Veränderungen und Verklebungen der Muskulatur (Triggerpunkte / Faszien) massive gestört werden. Die Behandlung efolgt mit Akupunktur, Neuraltherapie, Elektrotherapie und manuellen Techniken (speziellen Massagetechniken und Schröpfen). Etwa 20 Behandlungen finden über 4 Monate vereilt statt.

In einer Coaching - Situation reflektiert der Patient in Gespächen die berufliche und private Belastungssituation. Gemeinsam werden Konzepte erarbeitet, die den Patienten die vielfältigen Belastungen besser meistern lassen. Hierbei kommt es auch darauf an herauszufinden, welche Belastungen eher gemieden werden sollten (z.B. kann extensives Heimwerkelns, das Tragen einer Waschmaschiene, das Schleppen schwerer Baumaterialien oder extensiver Freizeitsport wie Mountainbiken oder Squash das Fass zum Überlaufen brinden).

Zusätzlich arbeitet der Patient regelmäßig mit seinem alten Instrumentallehrer. Hier werden alle Bewegungsmuster überprüft das Augenmerk besonders auf das Streichen lehrer Seiten  und anderer Grundlagenübungen gelegt. Der Patient gewöhnt sich wieder an, sich in Ruhe einzuspielen und Proben nur im aufgewärmten Zustand zu spielen. Das Empfehlen spezieller Dehnungsübungen - wie in der Sportmedizin üblich - gehönren dazu.

Es kommt zu einer völligen Ausheilung - der Patient kann seinem Beruf ohne Einschränkungen nachgehen.